Die neue Schweiz

In nahezu alle Weinbaugebiete der Schweiz ist Bewegung gekommen. Junge, unverbrauchte Köpfe hinterfragen gängige Praktiken in Rebberg und Keller und markieren mit neuen Ideen, Pioniergeist und viel Herzblut die Pforten in eine andere Zukunft. Mal besinnen sie sich dabei auf in Vergessenheit geratene handwerkliche Praktiken, mal beleben sie alte Rebsorten neu und ein andermal gestalten sie die Weinbereitung so minimalistisch wie nur irgend möglich. Die einen starten quasi aus dem Nichts, andere lenken etablierte Betriebe auf neue Pfade. Mal geschieht alles aus eigener Kraft, mal führen Kooperationen zum Ziel. Doch untereinander sind sie alle vernetzt, tauschen sich aus und inspirieren sich – es sind die zarten Pflänzchen einer Bewegung, die ganz sicher in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird, ja gewinnen muss, will auch der Schweizer Weinbau aus der Sackgasse von Technik, Chemie und Kommerz herausfinden. Das jedenfalls ist die einhellige Meinung derjenigen Winzer und Winzerinnen, mit denen ich mich kürzlich vor Ort getroffen und ausgiebig besprochen habe. Ja, man muss genau hinhören, um die leise, aber einflussreiche Stimme des neuen Schweizer Weins zu erfassen, denn was in der Schweiz passiert, bleibt in der Regel in der Schweiz.

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